Traumreise  
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2004  Russland - Kasachstan

  KW 31 - St. Petersburg




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Russische Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft ist unübertrefflich.

 

Die Warterei nervt uns. Wir wollen endlich weiter. In der Zeit hätten wir auch mit dem Auto zurück fahren können und den Adapter selbst kaufen. Wir ärgern uns zwar sehr darüber, machen aber das Beste daraus. ‘Dann ist das eben unser Russlanderlebnis’ sagen wir uns. Wir machen das Beste daraus und fangen die Woche arbeitsreich an. Der orkanartige Regen hat uns gezeigt, dass wir unser Gandalph besser schützen müssen. Es hatte überall reingeregnet. So nähen wir aus LKW-Planen einen Regenschutz, den wir wie die Markise an die Kederschienen rund ums Auto befestigen können. Dabei schließen wir die Nähmaschine wieder an die vordere Batterie an. Und wo wir gleich dabei waren, haben wir auch diverse Schutzhüllen genäht. So war der Montag ein reiner Nähtag. Dies hatte Dienstag zur Folge, dass unser Auto nicht mehr ansprang so mitten in der Botanik. Mist! Langsam fing uns unser Stromproblem ebenfalls echt an zu nerven. Zum Glück konnten wir von unser Solarbatterie überbrücken und fuhren nach Pskov zum Boschservice um eine bestimmte Sicherung zu kaufen. Wir hatten vor, unsere Musikanlage, die derzeit an die Solarbatterie angeschlossen war (und weil das Solarpaneel überhaupt nicht das bringt wie angegeben, konnten wir somit bisher auch keine Musik hören), an die vordere Batterie mit anzuschließen, damit wir wenigstens während der Fahrt Musik hören konnten. Beim Boschservice angekommen begrüßte uns ein junger Mann namens Igor. Wir haben in unserem ganzen Leben noch nie erlebt, dass sich jemand so freut Ausländer zu begegnen. Wir waren total platt. Igor studiert seit einigen Jahren Englisch und hatte erst einmal die Gelegenheit richtig mit Ausländern englisch zu sprechen. Er war total begeistert, seine Englischkenntnisse zu testen. Da wir eine sehr spezielle Sicherung brauchten, gestaltete es sich als etwas schwierig. Igor betrieb auf dem Gelände des Boschservice ein kleinen Laden für Motorräder und Schneemobil, den er nun erst mal schloss. Beim Boschservice konnte man uns erst nicht weiterhelfen. Also fuhr Igor mit uns durch die halbe Stadt in einen speziellen Laden. Während der Fahrt bot er uns an, dass wir beim ihm übernachten können. Er würde so lange bei seiner Mutter schlafen. Unsere Überraschung brauchen wir wohl nicht zu beschreiben. In dem Laden bekamen wir die Sicherung leider auch nicht. So fuhren wir zurück. Stephan erklärte zur Sicherheit noch mal, was und wofür er die Sicherung brauchte. Igors Freund Jura konnte helfen. Wir bekamen die Sicherung einschließlich Kabel nach 3 Stunden, das aber völlig kostenlos. Nicht einmal Trinkgeld durften wir geben. So wollten wir abends Igor etwas zu trinken ausgeben. Aber wir hätten uns denken können, das es wieder umgekehrt ablaufen würde. Wenn man etwas angeboten bekommt und aus Höflichkeit dankend ablehnt, erhält man einen Blick als würde derjenige sagen wollen: ‘Aber warum denn nicht, ist das denn nicht gut genug?’ Sagt man allerdings zu, wird Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt, damit der Gast das Angebotene auch erhält. Man kommt gar nicht drum rum, ein schlechtes Gewissen zu bekommen.

An unserem Stellplatz bekamen wir auch 2x die Woche Besuch von einem älteren Herr und seiner Frau, die uns das eine mal Gemüse und das andere mal den ganzen frisch geangelten Fisch schenkten. Die Tochter dieses Ehepaares studiert in Hannover. Sie waren selbst letztes Jahr dort. Und natürlich kam das Angebot, wenn wir bei irgendetwas Hilfe brauchen, sollen wir es nur sagen. Ohne Worte.

Von der Warterei die Nase voll und weil unsere Batterien alle so langsam den Geist aufgaben, entschlossen wir uns zu einem Kurztrip nach St. Peterburg. Davor haben wir uns erst, wegen Großstadt viel Verkehr usw., gescheut. Wir haben es nicht bereut. In St. Peterburg wurde sehr viel rekonstruiert. Die Stadt hat uns sehr gut gefallen. Ganze Stadtviertel mit sehr schönen alten Häusern. Echt sehenswert. Wir mussten uns erst etwas ans Großstadtleben wieder gewöhnen. Aber das war nicht schwer, schon gar nicht mit dem Auto. Es wird rücksichtsvoll gefahren. Nirgends wird gehupt. Alle sind sehr geduldig. Man kann überall parken ohne bezahlen zu müssen. Selbst mitten im Zentrum finden wir ein Parkplatz mit unserem Anhänger. Wir schauen uns ein bisschen die Stadt an, natürlich auch den Zarenpalast, der uns sehr beeindruckt hat. Das Großstadtflair gefällt uns bald, dass wir noch ein bisschen bummeln gehen. Hier kriegt man alles zu kaufen. Interessant die Läden, in denen man so um die 2 Euro Raubkopien sämtlicher Filme und Computerprogramme legal kaufen kann. Unglaublich. Im Rausche des Großstadtfiebers beschließen wir abends noch wegzugehen. Hier muss es doch einen Technoclub irgendwo geben. Den finden wir auch. Eine Abstammung des Hamburger “Tunnels”. Der Club ist in einem alten Bunker. Voll cool!!! Mehrere Areas und überall rote Samtsofas. Und interessant, wie die Leute hier weggehen. Viele 70er Jahre Haarfrisuren (bei den Männern!). Aber ansonsten, außer den paar epileptischen Anfällen auf der Tanzfläche, wirkte auf uns alles wie bei uns. Auf dem Breakbeatfloor tanzen wir bis die Beine nicht mehr können. Wir würden gern mit ein paar Leuten quatschen. Leider macht uns aber die Sprache etwas Probleme. Aber wir hatten eine tolle Nacht. Dachten an unsere Freunde, die zur selben Zeit auf der Voov in Deutschland tanzten.

Den Rest der Woche erholten wir uns von in der Sonne in Pskov und machten nebenbei noch unseren Haushalt, Wäsche waschen. Das nimmt immer einen ganzen Tag in Anspruch. Aber zu zweit geht das schon. Wir überlegen wie wir unser Stromproblem lösen können. In St. Peterburg haben wir nach einem kleinen Stromaggregat Ausschau gehalten, aber nichts gefunden. So kann es jedenfalls nicht weitergehen. Wir brauchen Strom. Sonst können wir keine Reiseberichte schreiben. Schon mal vorab, den haben wir in der 32. KW auch bekommen, sonst könntet Ihr das jetzt nämlich nicht lesen. Mehr dazu später.