Traumreise  
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KW 52-53 - Indische Nächte

Die unmögliche Geschichte…

Wenn man in Indien einen wirklich ruhigen Platz finden will, sollte man sich Ohrenstöpsel mitnehmen und sich wenn möglich unsichtbar machen.

Man kann nie sicher sein, ob nicht irgendwann nachts oder am sehr frühen Morgen etwas, mit dem man garantiert nicht gerechnet hat, doch passiert. Das einzige worüber man sich nach einigen Nächten klar wird, ist, und das garantiert, dass etwas passiert und zwar jede Nacht.

Wenn man das Glück hat und weit genug weg ist von irgendwelchen Zuggleisen, was in Anbetracht der Anzahl an Gleisen gar nicht so einfach ist, dann kommt man nicht in den Hochgenuss zu hören und zu spüren was es heißt neben der Bahn zu wohnen. Das ohrenbetäubende Kreischen der Hupe, die man wirklich über Kilometer hören kann, lässt den Zugführer nicht davor zurückschrecken, dieselbige andauernd und lange zu betätigen, auch nachts, egal wann nachts, total egal. Nun gut, ich werde zu gegebener Zeit einmal auf einen Zug aufspringen und versuchen den Zugführer zu bekehren, oder ich werde einfach die Leitung zur Hupe durchschneiden, aber ich bin mir sicher, das mindestens fünf Inder pro Zug extra dafür von der Regierung eingestellt sind, um dies zu verhindern oder zu reparieren und das in Rekordzeit, was ja sonst den Indern in Allgemeinen nicht vorausgesagt wird.

Hat man einmal gelernt über diese Kleinigkeit in der Nacht hinwegzuhören, bleiben noch ein paar andere Sachen übrig, die den Rest der eigentlichen Schlafenszeit in Anspruch nehmen.

Hunde zum Beispiel. Tagsüber sieht man sie faul in der Sonne rumhängen, aber nachts, besonders dann, wenn sie denken, alle schlafen jetzt, dann fangen sie an zu bellen und vor allen Dingen an zu jaulen. Auch wenn der Mond gar nicht da ist. Erst fängt einer an, und man merkt nach ca. 15 Minuten, wie viele Hunde es in Wirklichkeit in der Region gibt. Anscheinend Hunderte. Hat man die erst einmal überhört, soweit das überhaupt möglich ist in einer Bambushütte, die einen nur sichtbar durch hauchdünne Wände aus Bambusmatten von der Außenwelt trennt, dann kommen dann morgens noch die Tausenden von Raben dazu, die einen Höllenkrach machen können, ebenso wie die Hähne die allmorgendlich Ihren bezaubernden Gesang von sich geben und der Typ, der um 5 meint, es wäre die beste Zeit jetzt mal den Vorgarten zu sprengen oder die Terrasse zu fegen. Beim einschlafen hindern einen noch verschiedene Gäste in einem Restaurant direkt neben der Hütte durch übermäßiges Rülpsen und Schleim aus dem Hals ziehen, als ob derjenige sein Gehirn mit ansaugen möchte.

Das schlimmste ist jedoch, wenn morgens um 5 Uhr ein Mann mit einem Fahrrad ankommt. Er ist der fahrende Bäcker und hat frische Brötchen mit, was ja auch prinzipiell nicht schlecht ist. Das schlimme ist nur, das er so eine Hupe dabei hat. So eine alte mit einem Horn vorne dran und einem schwarzen Ding dahinter zum Draufrumdrücken. Das macht ein so ekelhaftes Geräusch, das man am liebsten aufspringen möchte und ihm die letzten Chinaböller von Sylvester hinterher schmeißen will. Arghhhh. Wenn man den dann auch noch aus seinem jetzt schon reichlich kurz gewordenem Nachtschlaf verbannt hat, geht's auf zur nächsten Runde. Und zwar das laute Musik anmachen um ebenfalls 5 Uhr morgens aus entweder einem Hochzeitsgrund oder aber gar keinem Grund. Aber Hauptasche laut. Die Boxen müssen krachen und schranzen und verstehen darf man nichts mehr von der Musik. Jo, so is richtig. Wenn man das dann geschafft hat, ist man allerdings wach und das andauernde Gehupe auf den Strassen kann einem auch nichts mehr anhaben. So, jetzt wisst Ihr ungefähr Bescheid, wie wir hier uns unsere Nächte um die Ohren hauen.

Und nachfolgend noch eine kleine süße Geschichte ebenfalls von Stephan geschrieben:

Der gemeine Zug in Indien

Indien sagt von sich selbst es hätte das Größte Eisenbahnnetz der Welt. Das mag wohl auch richtig sein, dafür hat es aber auch die wohl lautesten Züge mit den wohl schläfrigsten Lokführern der Welt. Und weil sie so schläfrig sind und Angst haben einzuschlafen, hupen sie andauernd mit den wohl größten Hupenhörnern der Welt. Die sind so groß und laut, dass man damit problemlos ein Dutzend Fußballfelder in Reihe beschallen könnte und wenn man ein fröschesuchender Storch auf dem letzten der in Reihe geschalteten Fußballplätze wäre, würde es einem glatt noch die Beine wegreißen bei dem Schalldruck, der durch das Horn fabriziert wird. Ein Comiczeichner oder vielmehr ein Comicverfilmer hätte seinen Spaß daran und könnte so manch eine Situation für sein Comic gebrauchen.

Man stelle sich Donald Duck auf seiner Auslandsstudienreise in Indien vor. Er hat wie immer kein Geld und muss dort vor Ort in einer Zigarettenrollfabrik arbeiten. Er kommt geschafft von der Arbeit nach Hause, setzt sich um halb sieben vor seinen Fernseher und zappt noch einmal durch die Programme. Er hält das nicht lange aus, aus dem einen Grund, weil er sehr müde ist und aus dem anderen, weil man auch in Indien keinem vernünftigen Programm zustande bringt. Nun gut, er hat ja ein bequemes Sofa auf dem er dann auch prompt einschläft. Sein Haus, bzw. sein Zimmer in dem Haus, wo er sich eingemietet hat, steht unmittelbar an den Gleisen einer Zugverbindung nach Delhi. Man stelle sich nun weiter vor wie der liebe Donald Duck seinen gerechten Schlaf zu schlafen versucht. Es gelingt ihm ganz gut bei all dem Treiben draußen auf der Strasse und in den Restaurants auf der anderen Straßenseite. Er träumt von Palmen und Kokosnüssen am Strand und von einer blonden gut aussehenden Daisy Duck, die er schon so lange vermisst. Sie räkelt sich am Strand und wirft ihm einen verführerischen Blick zu, den er sofort auffängt und zu Boden gleitet als wäre er eine Feder im Wind. Der süße Duft der Liebe liegt in der Luft und auch noch etwas anderes, etwas unbeschreibliches, etwas was man nur in Träumen hat, etwas, etwas was nicht immer ganz real erscheint, etwas mit Gefühl, nein, etwas, was ist es denn eigentlich, etwas, ja ein Geräusch, ist es das Meeresrauschen, nein, es macht ein Geräusch, aber es ist nicht wichtig, nur Daisy ist wichtig und die Palmen und der lecker Kokosnusscocktail. Manchmal hat man halt etwas Seltsames in den Träumen, aber es scheint hinterher immer irgendwie seltsamerweise dazuzugehören und manchmal sogar Sinn zu machen.

Der Zug ist ca. 5 km entfernt.

Donald träumt noch immer zuckersüß und sein Unterbewusstsein hat noch nicht genau registriert, wobei es sich bei diesem seltsamen so weit entfernten Geräusch wohl handelt. Es erkennt nur ein leisen Hupen oder Tröten, der Wind könnte es auch über das Meer getragen haben und schwups die wupps fährt vor Donalds innerem Auge ein Ozendampfer in weiter Entfernung über das Meer. Er stellt sich vor, ob er auch einmal mit Daisy eine von diesen sündhaft teuren Kreuzfahrten machen wird und schon ist er auf dem Schiff und vergnügt sich am bordeigenen Pool mit Daisy und noch zwei hübschen Entendamen. Nach einem Bad und etlichen Baksischausgaben für den Kellner, den Gepäckträger, dem persönlichem Stewart, dem Koch und dem Kapitän des Schiffes, der über die Reederei geklagt hatte, nachdem er den Steinreichen Duck persönlich begrüßt hatte und der erst losschippern wolle, nachdem er seinen Monatslohn auf diese tragische Weise einfordern muss, geht er kurz ins bordeigene Casino und verspielt seinen Hauptgewinn der Entenhausener Lotterie, mit dem er sich diese Kreuzfahrt leisten konnte. Angepisst von der Kurzweiligkeit eines Hauptgewinns entschließt sich sein Unterbewusstsein lieber wieder an den Strand zurückzukehren.

Der Zug ist nun ca. 4 km entfernt.

Am Strand angekommen sieht er ein paar Fischer, die Ihre Netze flicken und andere, die gerade ihre Boote herrichten. Es ist alles so zuckersüß. Daisy krault ihm seinen Nacken und schmeißt ihm jetzt ihr schönstes Lächeln zu, das man sich von einer Entendame auch nur vorstellen kann. Auch das lauter werdende Geräusch des Ozeandampfes passt in die Kulisse. Die Palmen wiegen ihre Blätter leicht im Wind. Wo er jetzt wohl ist, kann er nicht genau sagen, irgendwo zwischen Paradies und Himmel.

Der Zug ist ca. 3 km weit entfernt.

Die Schallwellen des in nur sehr kurzen hintereinander pausierenden Horns haben nun den Pegel erreicht, dass sie leichtes Fensterglas zum vibrieren bringen können. Und Fensterglas in Indien ist sehr leicht und dünn, nichts mit Doppelverglasung oder so. Donalds Hirn empfängt dieses Geräusch durch seine empfindlichen Ohren als ein leichtes knacken, als wenn er über kleine Muscheln geht, die in der Nacht von den Gezeiten an den Strand gespült worden sind. Kein Grund gleich wach zu werden. Das sich immer wiederholende und auch lauter werdende Klack. Klack - Klack Klack morphiert in seinem Unterbewusstsein zu keltischen Reitern auf imposant geschmückten Pferden mitsamt Rüstung und Streitäxten die in weiter Entfernung von ihm und Daisy zu einer, wie es ihm scheint großen Schlacht über eine Düne hinweg fegen. Der Kapitän des Ozendampfers bedankt sich noch einmal mit einem langen tröten und hupen seines auf der Brücke angebrachten Horns, das, wie es scheint, schwenkbar ist und für solche Zwecke extra ausgelegt ist.

Der Zug tastet sich mit ca. 50 Km pro Stunde auf die 2km Marke heran.

Die Druckwelle des Horns hat sich inzwischen mit der des über den Schienen fahrenden Zuges vermischt, so dass dieses Geräusch als ein Kuddelmuddel aus einem Düsenjet mit Turbinenproblem, sie läuft wohl etwas unrund, da ein aufgeschreckter Storch ohne Beine in sie reingeflogen ist und einem Esel dem Steinplatten in Größe Ägyptischer Pyramidenquader an die Füße präpariert worden sind und im Galopp über den roten Platz läuft, über den Äther kommt. Donalds überaus intaktes und wohlwollendes träumerisches Unterbewusstsein erkennt noch immer nicht den ernst der Lage und hält natürlich an dem Traum fest, der nun so unwirklich und abstrakt erscheint, wie Träume das nun manchmal tun. Die Reiter scheinen sich nun auf dem Gipfel, der nun wirklich bedrohlich aussehenden Düne in Stellung zu begeben. Es sieht aus wie in einem dieser Wildwestfilme, wo sich die Indianer in der letzten Schlacht ums Überleben auf einen dieser großen weißen Berge formieren um dann im nächsten Moment im Tal zu sein und alles niederzumetzeln, was nicht gerade vor Herzinfarkt oder spontanen Unlust am Leben gestorben ist.

Der Ozeandampfer ist nun in bedrohliche Nähe gerückt und das Wuppern des Dieselmotors ist zu hören. Dieses Wuppern lässt die zwei Gläser in Donalds einzigem Schrank im Raum tanzen. Das klirren vernimmt Donald im Schlaf als das klirren und klappern der Streitäxte auf den Schilden. Noch immer hat der Traum etwas süßes, aber der Zucker ist weg. Es scheint jetzt auch langsam Abend zu werden, die Sonne geht unter, was Donald noch einmal zu entzücken vermag. Der Cocktail ist lange ausgeschlürft und Daisy hat sich in ein bezauberndes Abendkleid geschmissen. Sie möchte noch ausgehen, und ein paar hundert Meter von hier auf einem Hügel ist eine schöne Strandbar, von der aus man den Sonnenuntergang noch schöner sehen kann und danach noch ein wenig tanzen könne. Sogleich hat Donald einen gut aussehenden Smoking mit Fliege an, der ihn selber ein wenig stolz machte. Vergessen war das Klacken und das Wuppern und auch den nähernden Düsenjet der beachtlich Schlagseite hatte und auf dem Wasser eine Schneise zog, das es den Fischen unter Wasser zu bleiben schwer fiel, hatte er für eine kurze Zeit vergessen.

Der Zug beginnt mit dem Zieleinlauf in die 1km Grenze

Das Tosen des Zuges lässt nun kleine Wellen in dem Eimer zum Wassernachkippen für die Toilette tanzen. Nach und nach kommen neue Risse in die Zimmerdecke, die schon lange nicht mehr neu aussieht. Putz bröckelt heraus und legt sich als feiner Niesel über Donald und seine Decke und den Rest des Raums. Donald nimmt dies wahr als eine kleine Brise auf dem Weg zur Bar, die ihm ein wenig Sand in die Augen weht. Mit Daisy im Arm vergisst er fast die inzwischen 1000 keltischen Reiter, die sich nun langsam aber mit Bestimmung in Richtung Strandbar aufmachen. Auch das Wuppern und Tröten des immer lauter werden Ozendampfers hält ihn nicht davon ab, in einen jetzt sehr tiefen eigentlich ruhigen und erholsamen Schlaf zu fallen. Sein Unterbewusstsein versucht die vom Ohr ankommenden Signale zu ignorieren, um ihm den so dringenden Tiefschlaf zu ermöglichen. Und auch der Nieselstaub und das vibrieren des Bettgestells auf dem Boden scheinen vorübergehend keine Macht auf den Traum und das Unterbewusstsein auszuüben.

Wenn jetzt der ganze äußerliche Spuk ein plötzliches Ende nehmen könnte, vielleicht durch das mysteriöse Verschwinden des Zuges in eine andere Dimension des Weltalls oder vielleicht die Einsicht des Lokführers, dass doch um halb vier in der Früh keine nennenswerten Lebewesen außer ein paar Motten, ich will nicht sagen, das es als Motte nicht lebenswert oder unwichtig ist, genannt zu werden, aber es ist sicherlich nicht nötig, solch ein Aufwand mit Gehupe und so zu betreiben, um ein paar motten zu verscheuchen, zu verscheuchen sind, weshalb ja wohl ein Gehupe vor allen Dingen auf Schienen überhaupt nötig ist, dann könnte es wohl doch noch eine nette ruhige Nacht werden. Da aber weder das eine noch das andere eintreffen wird, das ein wohl schon gar nicht und das ist, das indische Lokführer mal zur Besinnung kommen, wird das wohl wieder eine sehr harte Nacht für unseren Donald.

Die letzten paar schreienden hundert Meter des Zuges und schließlich der Zieleinlauf durch Donalds Schlafzimmer.

Donald und Daisy haben soeben den schönsten Sonnenuntergang erlebt, den sich zwei Enten nur vorstellen können. Donalds Hormonhaushalt schäumt und er ist nun inzwischen soweit, dass er noch weitergehen könnte, aber Daisy ziert sich noch ein bisschen und möchte lieber noch tanzen, bevor sie sich ihm in der lauen Sommernacht an diesem himmlischen Ort hingibt. Donald merkt irgendwie, dass er sich an diesen Traum noch lagen erinnern wird. So intensiv war es lange nicht mehr, er hat fast das Meer riechen und den Cocktail schmecken können, den Sand zwischen den Watscheln fühlen können. Jetzt wo er in der Tiefschlafphase angekommen ist, und bei Enten ist das ein wenig anders als beim Menschen, gibt es kaum noch etwas äußerliches, was sein ach so wundervollen Traum stören könnte. Wohl gemerkt kaum etwas. Bis auf vielleicht eine Horde kampflustiger keltischer Krieger auf hohen Pferden, mit Streitäxten und Schwertern so scharf, das sie einem den Kopf abhauen können und man im nächsten Moment noch gar nicht merkt, was passiert ist, bis man sich suchend nach vorne beugt um zu begutachten, wo man getroffen ist und dann der Kopf vorne über fällt. Und vielleicht auch noch ein wuppernder, trötender und hupender  Dieseldampfer, der mit einem Affenzahn auf die Küste zu geschwommen kommt, das man denken könnte er wolle versuchen auf dem Land zu fahren. Hinzu kommt jetzt noch, das es fast 5 Uhr morgens ist und irgendein Inder im Dorf nichts besseres zu tun hat als seine Lieblings-lala anzumachen und zu verkünden, dass alle anderen es auch hören müssen, ob sie wollen oder nicht. Die Boxen schranzen, weil der Verstärker bis über Anschlag aufgedreht ist, und es ist nicht zu hören, ob es sich um Musik handelt oder nur um irgendetwas in indischer Sprache mit Trommeln. Nachdem Donald nun ein paar nette Minuten mit Daisy im Arm getanzt hatte und das mit der Musik aus seinem Inneren, kam nun dieses etwas störende durcheinander aus der Ferne an. Am Anfang hat es noch den Reiz von etwas Neuem im Traum gehabt, doch dann wurde es immer lauter, formierte sich und schmiss seine Musik rücksichtslos aus seinem Kopf. Donalds Unterbewusstsein versuchte den Traum noch irgendwie zu retten und ging sofort in die Offensive, Daisy schmiss sich an seinen Hals und fing an, ihn stürmisch zu küssen. Sie machte kreisende Bewegungen mit Ihrem Unterkörper, was Donald schon von früher her kannte und was im Entenreich allgemein als Aufruf zur Paarung gilt. Donald gefiel das, aber er wurde immer wieder von diesen Geräuschen gestört. Nichts desto trotz setzte er sein Gehirnbeischlaf fort, bis kurz vor den ersehnten Moment, bis, ja, ja, bis der Zug endgültig an seinem Haus vorbeifuhr, sich 1000 Reiter auf ihn stürzten und die Strandbar verwüsteten als wäre ein ungebremster Düsenjet mit nur einer Turbine in ihn hineingeflogen, was er dann auch tat. Das Donnern des Zuges hatte so eine Kraft, das es das Haus in seinen Grundmauern erschütterte, und das jede Nacht vier Mal. Die Schalwelle aus hupendem Horn und das grelle Schreien der Metallräder auf den Metallschienen brachte Donalds schlafendes Bewusstsein und sein Unterbewusstsein völlig durcheinander. Keines von beidem wusste mehr, wer oder was es war. Das eine hatte sich gerade zur Ruhe gelegt als es aufwachen musste und dachte, es wäre ein Löffel in einem Kuharsch, wobei es sich ziemlich dreckig vorkam, das andere war gerade mit träumen beschäftigt und glaubte nun, die 1000 Reiter hätten sich mit dem Dampfer, der nun durch die Strandbar fuhr als wäre er ein Spielzeugauto, nur viel viel größer, zusammengetan und ein Pakt gegen es geschlossen, wobei es sich darauf hin ängstlich in die tiefste Falte des Gehirns zurückzog  und diese Nacht nicht mehr raus kam.

Am nächsten morgen wacht Donald total plemplem, weichgekocht und total übermüdet auf. Schaut sich den Putz auf seiner Decke, auf seinem Gesicht und im ganzen Raum an und fragt sich ob die Obermieter eigentlich jede Nacht so eine Party feiern müssen. Das Schöne vom Traum war längst verflogen und er behielt nur ein leichtes unangenehmes Brummen im Kopf zurück, so wie jeden morgen. Danach geht er zum Kühlschrank und nimmt sich sein Essen für den heutigen Arbeitstag raus und geht danach zum Bahnhof um sich in einen der Züge zu setzten, die ihn zur Fabrik fahren. Ihm ist bis heute nicht klar, warum die Lokführer andauernd hupen und warum das bei ihm ein seltsames Gefühl beschert mit Reitern und Schwertern und einem Dieseldampfer und von Daisy, die er so sehr und schon so lange vermisst.