Traumreise  
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  2013 Indonesien
2008-2009 Spanien
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2004-2005 Indien
2004  Russland - Kasachstan

 

KW 52 - Goa-Feeling

Unsere erste Nacht im Bundesstaat Goa verbrachten wir in Calangute. Dieser Ort soll touristisch sehr belebt sein. Das ist nix für uns. In Arambol etwas nördlicher sollte es ruhiger sein. Mit unseren Rucksäcken beladen (scheisse-sau-schwer) machten wir uns am Montag auf Richtung Bus. Von allen Seiten tönte es: "Taxi, Madam, Taxi Sir?!" Nö, wir nahmen den Bus. Der kostete nur ein Viertel und die Fahrt war weitaus interessanter. Nach 2 Std. waren wir in Arambol. Jaaaa, genau, so was haben wir gesucht! Nicht zu groß, nicht zu klein. Es erinnerte uns an die Insel Ko Tao, Thailand. Viele Restaurants, Bars, Bambushütten und Shops mit Dingen, die Touristen eben "brauchen". Und der lange Strand genau daneben. Es machte Spaß, die Leute zu beobachten mit bunten Klamotten und Dreadlocks. Manchmal wurde Gitarre gespielt oder mit Pois geübt. In manchen Restaurants wurde Livemusik gespielt, mal "gute alte Hippiemusik" und mal traditionelle indische Musik. Und überall waren die Leute am kiffen. Goa-Hippie-Feeling!

Wir nahmen uns eine Bambushütte direkt am Strand. Herrlicher Blick aufs Meer! Als wir später am Strand und durch den kleinen Ort bummeln, fällt uns auf, dass viele Motorräder verkauft werden. Viele Individualtouristen kommen nach ihrer Indientour hier her und verkaufen dann ihr Bike an den nächsten. Na, das wäre doch mal was! Wir sahen uns in dieser Woche noch einige Motorräder an, Marke Royal Enfield. Coole Kiste! Stephan machte auch diverse Probefahrten. Aber wir konnten uns zu einem Kauf nicht durchringen.

Unsere erste Nacht in unserer Bambushütte war grauenvoll. Wenn man sich das Bild vorstellt: So eine Hütte, direkt am Strand mit Blick auf Sonnenuntergang usw. Ist ja alles wunderschön! Nur, dass man an diesen Strand nicht alleine ist. Logisch. Neben und hinter unserer Hütte standen noch einige Hütten mehr und gleich rechts neben uns war ein Restaurant. Und diese Hütten sind nicht gerade schallisoliert, eben nur Bambushütten. An gesunden ruhigen Schlaf war nicht zu denken. Wir geben ja ehrlich zu: Wir sind Geräuschmimosen! Was lohnt die ganze Romantik, wenn man nachts nicht schlafen kann? Gut, tagsüber hatten wir dann die Entschädigung. Es war einfach herrlich, vor unserer Hütte zu sitzen und das Strandtreiben zu beobachten. Aber irgendwann war uns unser Schlaf wichtiger und so zogen wir in dieser Woche noch 2 x um, bis wir einigermaßen nächtliche Ruhe fanden. Zum Thema "indische Nächte" später mehr!

Ansonsten war unsere Woche ruhig. Wir faulenzten viel. Gelegentlich mieteten wir uns (für 2 Euro am Tag) einen Motorroller und erkundeten die Gegend. Wir wollten uns Calangute noch mal anschauen und ergriffen dort schnell wieder die Flucht. Hier waren so viele Touristen, dass man das Wasser gar nicht sehen konnte, wenn man am Strand lag. Wie schön hatten wir es doch in Arambol. Heiligabend wollten wir das erste Mal zu einer dieser berühmt-berüchtigten Goaparties fahren. Wir freuten uns riesig, wurden allerdings enttäuscht. Die Musik war einfach grauenvoll. Egal, probieren wir es Sylvester noch mal. Am ersten Festtag fuhren wir auf einen Nachtbasar, welcher ein Deutscher jeden Samstag organisiert. Dieser Basar ist wirklich ein Erlebnis. Viele Künstler und Handwerker aus aller Welt verkaufen dort neben den Einheimischen ihre Waren. Meistens selbst gemachte Sachen. Hier kann man sich wirklich viele tolle Ideen holen.

Sonntag schafften wir endlich mal, den ganzen Tag am Strand zu liegen. Es war wirklich lustig. Ab und zu kamen ein paar Inder an, die ein Foto mit uns machen wollten. Hä? Voll bekloppt, dachten wir. Jana hatte eine interessante Begegnung mit einer Kuh, die ja überall frei und angstfrei durch die Gegend wild rülpsend durch die Gegend trotteten. Zuerst wollte die Kuh Jana von ihrer Liege verscheuchen. Als dann ein paar "ichbeschützdichjetzt"Männer die Kuh verscheuchen wollten, startete die Kuh oder besser gesagt der Ochse zum Gegenangriff. Jeder der Jana oder dem Ochsen näher kam, wurde mit den Hörner fixiert. Jana und die vielen darumstehenden, mit Fotoapparaten bewaffneten Indern hatten einen Höllenspaß. Und ausgerechnet an diesem Tag hatte Jana ihren Fotoapparat vergessen. Aber das eigentliche Schauspiel kam vom Wasser. Der Strand war so zwischen 100-200 m breit. Auf einmal kamen die Wellen immer dichter, und unsere Liegen standen plötzlich im Wasser. Äh, gibt es hier so schnell und so plötzlich Ebbe und Flut? Der halbe Strand war auf einmal unter Wasser. Das schien aber nicht gewöhnlich zu sein, wie uns ein Strandkellner versicherte. Stephan meinte gleich, dass es mit Sicherheit irgendwo ein Erdbeben gab. Das Schauspiel wiederholte sich noch einige Male, mal mehr, mal weniger doll. Der Höhepunkt war abends gegen 22 Uhr. Wir verließen gerade unser Strandrestaurant, wo wir so gerne aßen und bummelten nach Hause als auf einmal die Einwohner hektisch hin und her liefen. Einige Verkäufer in den Shops räumten ganz schnell ihre Sachen zusammen. Was war denn jetzt los? Viele liefen zum Strand. Na gut, wir neugierig hinterher. Der ganze Strand stand plötzlich unter Wasser! Hä? So schnell? Einige Restaurants standen unter Wasser. Die Fischer zogen ihre Boote an Land. Aber das Wasser war nicht tief und so schnell wie es gekommen war, war es auch wieder weg. Wenig später im Internet lasen wir: Erdbeben, Tsunami, 6000 Tote. Wir waren schockiert und riefen gleich zu Hause an, dass es uns gut ginge.