Traumreise  
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2008-2009 Spanien
2006-2007 Westeuropa-Marokko
2004-2005 Indien
2004  Russland - Kasachstan

 

Wir starten wieder!




18.09.2006: Endlich geht’s wieder los. Wieder war es bis zum Schluß ganz schön hektisch, obwohl wir es viel ruhiger angehen lassen wollten. Aber wie das nun mal ist, dann fällt einem das noch ein und das ... Jetzt sitzen wir in unserem neuen Zuhause „Esmeralda“, unser großer blauer Bus, den wir im letzten Jahr ausgebaut haben. Er ist noch lange nicht fertig, aber das Notwendigste haben wir geschafft, außer die Dusche. Die Fertigstellung des Mosaiks braucht doch länger als gedacht und so reisen wir erstmal ohne Duschmöglichkeit. Wird sich unterwegs schon was ergeben! Mit an Board ist Luna, unsere kleine Hündin, die wir seit Mitte Juli haben. Wir freuen uns riesig wieder unterwegs zu sein, haben doch die Vorbereitungen und der Umbau unseres Busses fast ein Jahr gedauert. Wir können es noch gar nicht richtig glauben. Es ist wieder soweit! Dieses Mal haben wir im Vorfeld ein paar Probefahrten gemacht. Wir haben ja dazugelernt :-) Aber irgendwas ist ja immer. Noch in Deutschland schon das erste Problem: Irgendwo kommt Wasser durch. Stephan findet schnell die Ursache. Es liegt an den Schläuchen bei den Wassertanks. Wir haben Glück und finden schnell ein großes Campinggeschäft, wo Stephan die notwendigen Teile bekommt.

Unsere erste Nacht war schon sehr aufregend. Wir fragten uns, ob wir mit diesem riesigen Bus wohl auch leicht einen Stellplatz finden wie mit Gandalph? Wir finden einen Parkplatz. Beim näheren Hingucken sehen wir, dass neben uns ein Freibad ist. Wir freuen uns. Toll, wenn es morgen früh öffnet, können wir hier ja gleich duschen!!! Eine Joggerin kommt vorbei und zwängt sich vor uns durch die Kreuzabsperrung. Ach so wird das hier gemacht!! Stephan und ich gucken uns an! Okay! Das machen wir auch. Wir warten aber bis es dunkel wird. Cool, denke ich, ich wollte schon immer mal nachts ins Freibad! Im Dunkeln ist es aber schon viel unheimlicher. Im Häuschen nebenan brennt Licht. Ob dort wohl einer im Büro sitzt? Trotzdem rein? Na klar!! Ist ja dunkel, sieht uns ja keiner. Uns schlägt das Herz bis zum Hals. Wir schleichen uns rein. Oh Gott, bin ich aufgeregt! Am Pool ist es irgendwie doch heller als gedacht. Wenn man uns jetzt sieht? Schnell die Sachen aus. Stephan geht schon rein. Platsch, Platsch! Nicht so laut, Stephan! Ich hinterher. Mann, das Wasser ist ja arschkalt. Nee, das geht gar nicht, schnell wieder raus. Viel zu viel Aufregung. Abtrocknen und schnell Klamotten an. Schnell wieder weg. Wir sind aber auch Schisshasen! Am Drehkreuz will ich zuerst durch und irgendwie hakt’s. Los, Jana! War da ein Geräusch? Schnell! Scheiße, da kommt einer! Stephan schafft es nicht so leise. Es muss schnell gehen. Wie nehmen die Beine in die Hand und laufen wie der Bekloppten zum Bus. Im Bus schmeißen wir uns aufs Sofa und lachen uns kaputt. Am nächsten Tag reihen wir uns in den morgendlichen Rentner-Schwimmclub ein. Wir nehmen doch lieber die reguläre Öffnungszeit. „Heute ist der letzte Öffnungstag, Ihr könnt so rein, Eintritt frei“ Was haben wir wieder für ein Glück! Das vermeintliche Büro, in dem letzte Nacht Licht brannte, entpuppt sich als Maschinenraum. Es war also außer uns keine Menschenseele dort.

Wir fahren weiter durch die Niederlande, das Radfahrerland. Hier haben Radfahrer eigene Straßen. Und der Sprit ist hier billiger und nicht nur der. Ja, und jedes Land hat so seine Spezialitäten. Wo wir schon mal hier sind, statten wir einem so genannten Coffeeshop doch gleich mal einen Besuch ab. Du meine Güte! Da fällt man ja gleich rückwärts ins Koma! Es sieht aus wie im Film. Rote Sofas, die Leute lesen Zeitung (das geht?) und spielen Spiele und alle sind am kiffen! Hinten in der Ecke der Dealer wo man was zum Rauchen kaufen kann. Wir drehen eine Runde und hauen wieder ab. Nix für uns, war aber witzig es gesehen zu haben.

Durch Belgien fahren wir fast nur durch, obwohl wir langsam reisen. Nach dem Frühstück machen wir alles fahrsicher, denn während der Fahrt kann schon das eine oder andere umfallen. Wir fahren nie länger als 2 Stunden durchgehend, dann gibt’s immer ne Pause. Hier und da mal ein Stop oder was besorgen. Da mal ins Wasser springen (und gleich waschen, da die Dusche immer noch nicht fertig ist). Wir lassen uns Zeit, denn unsere Seele soll ja hinterherkommen. Mit der Stellplatzsuche abends klappt es einfacher als gedacht. Wir finden fast immer recht schnell ein schönes Plätzchen Übrigens, auch in Belgien ist der Sprit billiger als in Deutschland.

Wir erreichen Frankreich. Irgendwie freu ich mich auf Frankreich. Ich war noch nie hier. Stephan schon 2x. Ein so altes Land … mit hervorragender Esskultur, wie ich bald feststelle. Mann, gibt’s hier riesige Supermärkte und was für Leckereien! Ein riesiges Angebot an Wein, Käse und Brote. „Essen wie Gott in Frankreich“ oder wie heißt das? Frankreich ist ein begehrtes Reiseland für Camper wie wir feststellen. Wir finden ständig Campingplätze. Eine Nacht gönnen wir uns mal auf so einem (und nutzen die Gelegenheit zum Duschen und Wäsche waschen)… Was für ein Unterschied zu Russland. Erinnerungen werden wach. Dort haben wir in 2 Monaten nicht einen Campingplatz gefunden und haben unser Trinkwasser aus Quellen gezapft. Und in Frankreich, überhaupt in Westeuropa ist das Reisen wirklich einfach. Hier gibt es sogenannte Dechetterien, wo man seine Abwassertanks entleeren und die Wassertanks auffüllen kann. Überall Rastplätze, und Aldi und Lidl sind auch immer da. Es ist fast so wie Zuhause. Ja und es gibt auch sehr viel mehr zu sehen als in Russland und Kasachstan. Kulturell wie landschaftlich. Wir machen Halt im Grand Canyon de Verdon in Südfrankreich. Wunderschöne Schluchtenlandschaft. Und enge Serpentinstraßen! Stephan muss schon ganz schön kurven. Uuuaaah. Manchmal kommen die Felsen rechts ganz schön nah. Die Landschaft ist atemberaubend. Am See „Lake de Sant Croix“ machen wir halt und bleiben gleich 2 Nächte. Die Saison ist vorbei, am See ist es leer und das campen wird geduldet. Es ist wirklich schön hier, wenn auch schon etwas kühl. Stephan macht sich auf Schatzsuche. Er hat sich in Deutschland einen Metalldetektor gekauft. Und tatsächlich wird er hier am See fündig. Er findet 2 Euro und eine alte Münze. Er ist happy. Diese Art von Schatzsuche wird sein neues Hobby. Ich nutze den Tag Pause zum Mosaiken. Ich möchte die Dusche gern bis Mittwoch, den 27.9. fertig kriegen, wenn Anja uns besuchen kommt. Da hab ich noch ganz schön was vor.