Traumreise  
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Von Bali nach Gili Air



Im Paradies angekommen

Gerade erst auf Bali angekommen, da bin ich auch schon wieder runter. Gili Air heißt die kleine Nachbarinsel. So klein, dass man sie zu Fuß in einer Stunde umrunden kann. Klein, fein, ruhig, kein Massentourismus. Und trotzdem schöne Strände, türkisblaues Wasser und Palmen und andere exotische Pflanzen wachsen nahe zum Wasser.

Aber mal von vorn. Wie komme ich darauf, hier hinzufahren? Wer mich kennt, wird jetzt lachen. Am Dienstag, 16.04. findet hier eine Goa-Psytrance-24-Std. Party direkt am Strand statt. Ja, ja, typisch Jana! Aber eh, mal ganz ehrlich, unter diesen Bedingungen (siehe oben) – wie kann man denn da Nein sagen?!

Aber erstmal einen Schritt zurück. Den Transfer und das Boot habe ich noch Sonntagabend in Kuta gebucht. Zwischen 6.30 – 7.00 Uhr soll ich abgeholt werden. Sind die denn wahnsinnig? Das ist bei uns in Deutschland mitten in der Nacht! Dementsprechend quäle ich mich aus dem Bett. Habe dann aber noch 20 min. Zeit und lasse es mir nicht nehmen, doch noch zu dem nahe gelegenen einheimischen Markt zu gehen. Noch schnell ein bisschen frisches Obst und Gemüse kaufen. Wow, was es hier alles gibt. Da gibt’s verschiedene Schalen mit bereits fertig gegartem Essen, da liegen stapelweise gerupfte Hühner ganz, mit Köpfen, daneben gleich der Fischstand. Lecker! Es ist eine Minute vor halb 7. Schnell die Bananen und los. Ich denke dabei an Stephan und muss lachen. Der würde wahrscheinlich jetzt die Krise kriegen. Am Hotel angekommen, steht er schon da, mein Transport. Mann, die sind hier ja pünktlich! Es werden noch ein paar Leute aufgesammelt und dann ab nach Padangbai. Unterwegs staune ich über die vielen Läden mit kunstvollen geschnitzten Holzsachen, Türen, Möbel und Skulpturen aus Stein und Holzwurzeln. Ja, dafür ist Bali bekannt. Mehr staune ich aber auch über den Verkehr. Fünf mehrspurige Straßen treffen aufeinander, keine Ampel, niemand regelt den Verkehr. Ein einziges Gewimmel wie im Ameisenhaufen. Wie machen die das bloß? So was stelle man sich mal in Deutschland vor! Ich bewundere auch die prachtvolle Flora und Fauna. Wirklich schön, wie grün hier alle ist und was für tolle Pflanzen. Manche haben wir in klein in unserem Wohnzimmer stehen. In Padangbai geht’s mit dem Schnellboot dann nach Gili Air, begleitet übrigens von Delphinen. Auf Gili Air warten die Schlepper schon. „Hallo Misses, Room, Hotel?“ Ne, ich guck selbst. Die meisten Touris biegen vom Hafen aus rechts ab, wo der Hauptstrand mit den meisten Unterkünfte liegt. Ich gehe aber nach links, wo man erstmal gar nichts sieht außer grün. Seiner inneren Stimme folgen ist gut und schön, aber manchmal ist ein guter Reiseführer auch sein Gold wert. Der sagt mir nämlich, dass es dort wo ich lang gehe, ruhiger ist und die günstigsten Unterkünfte sind. Ja, ich habe Glück. Ein Doppelbungalow, sehr ruhig gelegen, mit Blick auf Strand und Meer für 100.000 Rupiah. Das sind ungefähr 8 Euro. Super, und das gleich beim ersten ohne lange Fragen. Sonnenuntergang im Meer inklusive. Bin aber auch froh, dass ich mit meinem schweren Rucksack nicht weiter laufen muss. Es ist nämlich richtig schweineheiß! Hält mich aber nicht ab, gleich wieder loszuziehen und ein bisschen die Gegend zu erkunden. Auch nach weiterem Gucken stelle ich fest, dass ich den perfekten Platz gefunden habe. Es ist so schön hier. Hier gibt es tatsächlich unberührte Strände, wo es nur Pflanzen und Palmen gibt. Man könnte theoretisch am Strand schlafen. Zur Hochsaison soll das tatsächlich oft vorkommen, weil alle Unterkünfte ausgebucht sind. Aber seht Euch selbst die Fotos an. Ich genieße die wundervollen Eindrücke.

Nach einem Nachmittagsschläfchen bummel ich schon wieder, dieses Mal in die andere Richtung. Dort wo mehr los ist. Aber selbst hier ist das alles gar kein Vergleich zu Kuta. Wunderschöne Strandrestaurants und –Bars aus Holz und Bambus. Toll beleuchtet, dekoriert und verziert. Vor den Restaurants gibt es Auslagen mit verschiedenen Fischen (gekühlt), den man sich dann aussuchen kann. Es lädt zum Verweilen ein. Um den Fisch werde ich sicher nicht drum rum kommen.

Nachdem ich die meisten Restaurants hier mir gelassen habe, sitzen plötzlich direkt am Weg ein paar Balinesen und machen Musik. Gitarren, Rasseln und eine große Wasserbottel als Trommel umfunktioniert und singen voller Inbrunst balinesische Lieder. Cool! „He, Miss, sit down!“ Ähm, ich jetzt? Ich sehe noch ein ausländisches Pärchen sitzen. Okay, gemacht! Wie sich herausstellt, sind die ebenfalls aus Deutschland. Ne, watt für’n Zufall! Kerstin und Rico sitzen schon ne Weile hier und erzählen mir, dass der eine die Songs selbst schreibt. Er wird bum-bum Marley genannt. Der kann aber auch singen! „He, Jana, move your body!“ Die sind echt lustig, die Jungs. Auf Ricos Empfehlung hole ich mir ein einheimisches Bier. Ich und Bier, aber he, das schmeckt überraschend gut. Ja, und dann kommen noch ein paar Bob Marley Songs und andere englische Songs, ich groove noch ne Weile mit und lasse mich von der unglaublichen Hingabe dieser Jungs anstecken.

Nachts schlendere ich den dunklen Weg zurück. Über mir der klare Sternenhimmel, die Grillen zirpen, das Meer ist ruhig und spiegelglatt. Ich lasse die Eindrücke nochmals auf mich wirken. Wenn man alleine reist, dann ist das alles irgendwie direkter, näher und intensiver. Man redet weniger, dafür fühlt und denkt man mehr. Eine interessante Erfahrung.

Ich werde hier auf Gili Air ein paar Tage bleiben und diese Erfahrung in mir vertiefen und weiter erforschen. Liebe Grüße aus dem Paradies!