Traumreise  
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2004-2005 Indien
2004  Russland - Kasachstan

 

Weiterreise nach Munduk


Mein letzter Abend auf Gili Air war wunderschön. Ein herrlicher Sonnenuntergang und absolute Stille. Aber der eigentliche Höhepunkt erwartete mich am nächsten Morgen kurz vor meiner Abreise beim Frühstück. Zu erklären, wie ich dahin gekommen bin, gestaltet sich als etwas schwierig. Nur das Ergebnis ist wichtig: Ich verspürte plötzlich eine tiefe Verbundenheit mit allem, was mich umgibt. Ein Einssein. Und das Erkennen der Vollkommenheit. Ich fühlte mich nicht länger getrennt als einen Menschen, der sich durchs Leben schlägt. Gleichzeitig fühlte ich Dankbarkeit, Respekt und ein unglaubliches Vertrauen in alles was mich umgibt. Und dieses Vertrauen nahm mir in diesem Moment jegliche Ängste. Ich weinte und lachte gleichzeitig über diese wundervolle Erfahrung. Nein, ich habe keine Drogen oder sonstiges genommen. Es war ein Weg. Ein Weg, auf dem ich Fragen stellte und mich öffnete für die Antworten. Genaueres lässt sich nicht in Worte fassen, es ist eine Erfahrung.

Nun gut, mit dieser Erfahrung reise ich weiter. Ich will nach Munduk in den Bergen. Mit dem Boot zurück nach Padangbai. Ich weiß noch nicht, wie ich von da weiterkomme, aber die Angebote von Fahrern ist enorm. Es ist eben nicht Hochsaison. Man kann gute Preise raushandeln. Alles geht viel einfacher und schneller als ich es erwartet hätte. Ich bin der einzige Fahrgast nach Munduk und mein Fahrer macht ein paar Stops für mich an besonders schönen Plätzen. Ich genieße die wunderschöne Landschaft. Mein Fahrer organisiert für mich auch eine sehr günstige Unterkunft in Munduk. Ich muss mich um nichts kümmern. Das ist nun echt mal ein Vorteil, wenn man nicht mit dem eigenen Fahrzeug reist. Ich komme in einem schönen Guesthouse mit einem herrlichen Ausblick unter. Munduk liegt in den Bergen und es ist angenehm kühler (20 – 25 Grad). So habe ich von meinem Balkon einen Blick über die Berge bis zum Meer, wo die Sonne abends versinkt. Was will man mehr! Ich gehe ein wenig durch den Ort spazieren und frage mich, was eigentlich der Grund ist, warum es in diesem kleinen nicht besonders anmutendem Kaff so viele Übernachtungsmöglichkeiten gibt. Na ja, wird sich schon zeigen.

Mein Gastgeber bietet mir ein paar Touren an. Ja, warum nicht. Am nächsten Tag krieg ich die volle Breitseite von schönen Erlebnissen. Zuerst geht’s zu den heißen Sulfur-Quellen (vulkanischer Ursprung), Air Panas genannt. Kann man drin baden und das mach ich auch. Baden kann man auch mitten im Dschungel an dem 40m hohen Wasserfall, zu dem wir später fahren. Da bade ich dann nicht. Dafür bade ich anschließend unfreiwillig im Regen als wir zum 700 Jahre alten Giant Tree gehen. Aber nur kurz, denn man kann in den Baumstamm hineingehen und sich in den Verwurzelungen in eine Hobbitgeschichte versetzen, oder so. Wie ich das alles finde und warum ich nur so wenig darüber schreibe? Ja, ne, guckt Euch einfach die Fotos an. Da muss man nichts zu sagen.

Ich glaub, am meisten hat mich dieser Baum beeindruckt. Ich habe meine Hände an seinem Stamm gelegt, die Augen geschlossen und gefühlt. … ohne Worte …

Am nächsten Morgen gehe ich mit meiner Gastgeberin Puto Risna auf dem Markt. Das macht sie jeden Morgen, wie die meisten auf Bali. Denn es gibt nur sehr wenige, kleinere Supermärkte, die sehr teuer sind. Auf dem Weg zum Markt grüßt sie hier, ein Schwätzchen da. Der Ort ist eben sehr klein. Da kennt sich jeder. Ich sage brav „Selamat Pagi“ – Guten Morgen. Das frische und für mich teilweise fremde Gemüse verarbeiten wir gemeinsam. Ich krieg hier noch einen kleinen Kochkurs for free.

Angeregt mit tiefsinnigen Gesprächen verbringe ich 2 sehr intensive Tage mit meiner Gastgeberfamilie. Puto Risna ist so alt wie ich, hat 5 Kinder, verkauft in dem kleinen Laden an der Straße Kaffee aus eigener Produktion. Mein Gastgeber ist Fahrer, Guide und spielt auf Veranstaltungen wie Zeremonien das traditionelle Instrument Rindik. Und dann haben sie noch die Pension. Das Geld ist trotzdem knapp. Wohnraum und Küche sind klein. Alle zusammen teilen sich 3 Betten in einem Zimmer. Sie haben zwar ein ganzes Haus, aber in den anderen Zimmern sind die Pensionszimmer untergebracht. Mit meinen Gastgeber tausche ich mich aus, wie das Leben hier so ist und wie es in Deutschland ist. Letztendlich stelle ich fest, dass sie sich mit den gleichen Problemen rumschlagen müssen, wie wir zu Hause auch. Ob nun mit den Kindern, Arbeit, Geld, Beziehung. Sie haben zwar diese schöne immer warme Insel … aber hat man das eine, hat man das andere nicht. Das gilt für jedes Land. Sehen wir immer, was wir zu Hause haben? Letztendlich muss jeder sehen, was er daraus macht.

Falls irgendjemand mal nach Munduk reisen will, ich empfehle das Sunset Homestays. Die kümmern sich einfach rührend um einen auf eine natürliche und trotzdem zurückhaltende Art.

Am Nachmittag geht’s für mich nach Ubud, der Künstlerhochburg Balis. Na mal sehen, wie es da für mich weitergeht.